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Britisches Engagement für Europa: Alle gegen May

Eigentlich lief für Theresa May alles perfekt. Nach dem Brexit-Referendum und dem Rücktritt von David Cameron wurde sie zur neuen Premierministerin Englands gewählt und inszenierte sich fortan erfolgreich als neue „Eiserne Lady“ des 21. Jahrhunderts. „Brexit heißt Brexit!“ und „Wir wollen einen harten Brexit!“ – das waren und sind ihre Slogans. Um sich ein starkes Mandat für harte Verhandlungen mit der EU zu sichern, rief sie die Briten kurz darauf – und drei Jahre früher als geplant – erneut an die Wahlurnen. Im Rücken hatte sie zu diesem Zeitpunkt Umfragewerte, die ihren Tories einen Vorsprung von bis zu 20 Prozentpunkten prophezeiten.

Pro-Europa-Engagement der Briten unterschätzt

Doch May unterschätze den Widerstand und das Engagement der Brexit-Gegner: Im Wahlkampf machten die EU-Sympathisanten aus der anstehenden Wahl eine erneute Brexit-Abstimmung. „Es geht um mehr als um Sitze einzelner Abgeordneten im Unterhaus, es geht um Europa!“ – das war die Message. Überall schlossen sich parteiübergreifende Allianzen zusammen, deren gemeinsames Ziel es ist, möglichst viele „EU-Freunde“ ins britische Parlament zu bringen.

Wahlkampf-Unterstützung für „EU-Freunde“

Ein Beispiel dafür ist die Bewegung „Best for Britain“ der ehemaligen Fondsbankerin Gina Miller. Die Brexit-Gegnerin sammelt zusammen mit Unterstützern Geld für die Kandidaten großer Parteien, die sich einer möglichst gütlichen Einigung mit der EU verschrieben haben. Die Kampagne soll Wähler motivieren, in Wahlkreisen, in denen sich Brexit-Hardliner mit EU-Sympathisanten ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, „taktisch“ abzustimmen – also im Zweifel unabhängig von der Parteizugehörigkeit den Abgeordneten zu wählen, der gegen einen harten Brexit ist. Mit ihrer Kampagne traf Miller offenbar einen Nerv, vor allem junger Briten. Aus dem ganzen Land meldeten sich Freiwillige, binnen weniger Tage kamen per Crowdfunding fast 360.000 Pfund für Millers Kampagne zusammen.

Ob die Kampagne erfolgreich sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Fakt ist, dass der zu Beginn des Wahlkampfes noch haushohe Vorsprung von Theresa May in den letzten Wochen stark geschrumpft ist. Ob und wie sich die vergangenen Terroranschläge auf die Wahl auswirken, ist jedoch noch ungewiss. Morgen Abend wissen wir alle mehr.

Daumen drücken für Europa!

Doch egal wie es ausgeht: Es ist ein gutes Zeichen, dass es in Großbritannien nach wie vor viele Menschen gibt, die sich für das „Projekt Europa“ engagieren und einsetzen! Ein Brexit, noch dazu ein „harter“, wäre weder im Interesse von Großbritannien noch im Interesse der EU. Auch Deutschland bildet hier keine Ausnahme. Wir sollten also die Daumen drücken, dass die Pro-Europa-Bewegung in Großbritannien bis morgen noch weitere Unterstützer findet!

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The Good News!

Auch wenn populistische Politikerinnen und Politiker sowie (einige) Medienleute das Gegenteil behaupten: Die Mehrheit der Menschen ist und bleibt in ihren Einstellungen ausgewogen optimistisch und bewertet die europäischen Werte- und Gesellschaftsordnung nach wie vor positiv.

Im globalen Vergleich geht es uns in den Ländern der Europäischen Union gut. Frieden und Freiheit, genauso wie ein weit verbreiteter Wohlstand sind die Grundlage dafür.

Diejenigen, die am lautesten schreien, die uns täglich erklären wollen, dass alles schlecht sei und die Apokalypse kurz bevor stehe, sind in der Minderheit! Und sie bleiben in der Minderheit – auch, wenn sie noch so laut sind und noch so viele besorgniserregende Nachrichten verbreiten. Auch wenn man – insbesondere im Zuge der permanenten „Online-Beschallung“ –  über diverse mediale Kanäle schnell dazu verleitet wird, den Schwarzmalern Glauben zu schenken: Falsche Meldungen werden darüber nicht richtiger.

Schwarzmaler sind in der Minderheit

Umso beruhigender: Die Mehrheit der Menschen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hat eine ausgewogene Haltung, die Schwarzmaler sind in der Minderheit.

Allerdings gilt in vielen Redaktionen nach wie vor der Slogan: „Bad news are good news“. Auf der Suche nach der Sensation, dem Spektakel und der Katastrophe (die sich vermeintlich besser verkauft)  kommt es schnell zu einer einseitigen, weil extrem negativen Berichterstattung.

Good News – die Zukunft der Nachrichten

Anders als die vielen Schwarzmaler will „The Good News App“ des Frankfurter Unternehmers Mario von Kelterborn ganz bewusst die positive Energie von Nachrichten nutzen. Denn jeden Tag geschieht in der Welt viel Gutes, Motivierendes und Wunderbares – in der Flut der schlechten Nachrichten gehen diese Geschichten jedoch oft verloren. Die kostenlose Nachrichten-App, die auf einem ehrenamtlichen und gemeinnützigen Projekt basiert, liefert deshalb täglich ausschließlich positive Nachrichten auf das Smartphone. Kurze Geschichten sollen die Neugier der Menschen wecken, um ihnen einen motivierten Start in den Tag zu ermöglichen.

Dabei geht es der Redaktion keineswegs um Schönfärberei, denn damit wäre – ebenso wie mit der Schwarzmalerei – nichts gewonnen. Stattdessen sollen die positiven Geschichten einen Ausgleich in der öffentlichen Wahrnehmung schaffen und uns auf all das aufmerksam machen, was tatsächlich gut läuft.

Aus meiner Sicht ist das – heute mehr denn je – ein enorm wichtiges Projekt. Schon Ludwig Erhard wusste, dass Wirtschaft zu mindestens 50 % Psychologie ist. Aber das gilt nicht nur für die Wirtschaft:

Die Macht einer „self fulfilling prophecy“ wirkt auch in anderen Bereichen. Denn immer wenn wir schon von vornherein davon ausgehen, dass etwas schief gehen wird, dann werden wir (unbewusst) dafür sorgen, dass es auch schief gehen wird.

Aus Engagement wird Apathie. „The Good News App“ zeigt uns einen anderen Weg und macht deutlich, dass es sehr oft gute Gründe dafür gibt, das Glas auch mal als „halb voll“ zu sehen.

Brexit

Brexit: Aus der Sicht des Psychologen

Der Brexit: Aus der Sicht des Psychologen: Wer regiert uns und was können/sollen wir tun?

BREXIT, der Aufstieg populistischer Parteien, Instabilität politischer Ordnungen: Gerade in Zeiten, wie diesen müssen wir – und zwar jeder für sich – uns einbringen. Denn, so der Psychologe Dr. Uwe Böning: Muss man jetzt an der Demokratie als Staatsform verzweifeln? Natürlich nicht: Man hätte es schon längst tun müssen! Dass wir es nicht getan haben, hat uns allerdings vor einer Depression gerettet! Und die Eliten Europas (nicht nur die Politiker) hat es in jedem Fall vor einer Einsicht bewahrt: dass nämlich die Eliten dabei sind, ihre Völker zu verlieren…
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